4 Thesen der RASF

Lieben statt liken
Ficken statt Facebook
Emotion statt Emoticon
Kinder statt Tinder

Lieben statt liken

Viele Emotionen sind psychologisch betrachtet die Konsequenzen von evolutionsbiologischen Prozessen. So fühlt es sich für viele Menschen schrecklich an, wenn sie aus einer Gruppe ausgeschlossen werden. In prähistorischer Zeit hat der Ausschluss aus einer Gruppe schließlich den fast sicheren Tod bedeutet. Darüber hinaus war es für den Aufstieg des Homo Sapiens enorm wichtig durch Sprache und Kommunikation in einer Gruppe zu kooperieren. Der Historiker Yuvaal Noah Harrari weißt in seinem Buch „Homo Sapiens“ darauf hin, dass während der Industriellen Revolution zwei essentielle Funktionen dieser Gemeinschaften/Familien obsolet wurden. Erstens, wurde die Funktion der Versorgungssicherheit durch die Sozialversicherungen ersetzt und zweitens, wurden wirtschaftliche Möglichkeiten (opportunities) durch den Markt bereitgestellt.

Unsere These dazu lautet: Die letzte wichtige Funktion dieser kleinen Gemeinschaften, nämlich Fürsorge und Nächstenliebe, wird im Zuge der Digitalen Revolution schleichend durch soziale Medien ersetzt. Dadurch wird der Familie die Existenzgrundlage genommen, da wir nicht mehr zwingend auf sie angewiesen sind. Dies führt wiederum zu einer Zunahme von psychologischen Krankheiten, Schlafstörungen etc.

Wir fordern daher: Lieben statt Liken!

Tanzen statt Twittern

Durch den exzessiven Gebrauch von sozialen Medien entsteht eine neue Form der Kommunikation. Diese zeichnet eine hohe Frequenz, sowie ein Kommunizieren mit einer Vielzahl weitestgehend unbekannten Menschen aus. Dieser rapide Austausch von Meinungen und Behauptungen in textueller Form lässt die Förmlichkeit, sowie den Respekt vor den „Gegenübern“ vermissen. Der Philosoph Byung-Chul Han weist auf die Herkunft des Wortes Respekt (lat. Respectare „zurückblicken, sich umschauen“) und dessen Gegensatz spectare hin („schauen, ansehen“). Die neuen Medien fördern die Tendenz nur noch das Spektakel zu begieren und dabei den Respekt zu vergessen. Dies führt immer öfter zu Shitstorms, bei denen einzelne Personen an den mittelalterlichen Pranger gestellt werden, und deren Vergangenheit, Persönlichkeit und Charakter anhand eines einzelnen Fehltritts negiert werden. Wir fordern daher eine direkte Kommunikation, bei dem tatsächlichen Gegenüber in die Augen gesehen und dessen Persönlichkeit anerkannt wird.

Unsere These: Eine digitale Welt, in der ohne Rücksicht auf Verluste kommuniziert wird, führt zu einer Verrohung unserer Gesellschaft und lässt humanitäre und zivilisatorische Errungenschaften der vergangenen 500 Jahre vergessen.

Wir fordern deshalb: Tanzen statt Twittern!

Demokratie statt Diktatur

Unsere These: Demokratisch gewählte nationale Regierungen werden durch supranational agierende monopolistische Konzerne untergraben.

Unternehmungen, die hohe Fixkosten erfordern aber niedrige Grenzkosten aufweisen, werden in der Wirtschaftslehre auch als natürliche Monopole bezeichnet. Beispiele hierfür sind Telekommunikation, Elektrizität und der Schienenverkehr. Sie erfordern hohe Fixkosten, da es große Anstrengungen benötigt ein Netzwerk aufzubauen, wobei die Kosten zur Produktion einer weiteren Einheit wie z.B. eines Megabytes, einer Kilowattstunde oder einer zusätzlichen Bahnfahrt vergleichsweise gering sind. Deshalb wurden diese Aufgaben in der jüngeren Geschichte durch den Staat übernommen oder reguliert.

Die Innovation des Internets begünstigt diese natürlichen Monopole, da Google, Facebook und co hohe Kosten für ihr Netzwerk haben, aber so gut wie keine Kosten für die Bereitstellung einer weiteren Einheit. Da in der Zukunft Daten die wichtigste Ressource in der Wirtschaft werden, kommt es zu einer ungeheuren Konzentration von Macht, die darüber hinaus auch noch in privaten Händen liegt. Dies lädt zu Missbrauch ein, da in Zukunft gewählte oder noch nicht gewählte Regierungen potentiell erpresst werden können. Wir fordern deshalb diese Monopolist:innen endlich unter demokratische Kontrolle zu bringen.

Wir fordern daher: Demokratie statt Diktatur!

Freiheit statt Überwachung

Durch die Verbreitung von Smartphones entwickelt sich unser Land zu einem Überwachungsstaat. So werden wir bereits heute wie in 1984 auf Schritt und Tritt von Institutionen wie der NSA überwacht. Darüber hinaus können sich prominente Persönlichkeiten wie Barack Obama oder Manuel Neuer nicht mal mehr einen Kaffee holen, ohne mit Dutzenden Menschen ein Selfie zu machen. Für sie ist der Überwachungsstaat bereits bittere Realität, da jeder Ausfall potentiell in den sozialen Medien skandalisiert werden kann.

Wir fordern daher: Freiheit statt Überwachung!

Liebe Grüße

Benno und Wenzel

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